Hahn - Detail neben der Figur von Petrus am Hochaltar von B. Neumann

Hahn - Detail neben der Figur von Petrus am Hochaltar

Dombauverein Worms e.V

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Der Dom als Haus Gottes.
Da werden wir feiern und schauen,
schauen und lieben,
lieben und preisen.
Ja, so wird es am Ende endlos sein.
Denn was für ein Ziel haben wir,
wenn nicht das, 
zum Reich zu gelangen,
das kein Ende haben wird?
Augustins  

Den Dom sehen

Der Dom erhebt sich auf dem höchsten Hügel des Stadtbezirks, etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel. Da dieser Hügel vor dem Hochwasser des Rheins sicher war, ließen sich dort 3000 Jahre v. Christus Menschen nieder und gründeten Siedlungen. Im 1. Jahrhundert v. Christus unterwarfen die Römer diese Siedlungen und errichteten auf diesem Hügel ein Verwaltungszentrum und einen Tempelbezirk. Um das Jahr 400, nach dem Untergang des römischen Reiches, ließen sich dort die Burgunder nieder.

Der Nachfolger Brunichildis, Dagobert I. (625 -639) erbaute auf den Grundmauern des zerstörten römischen Forums eine Kirche. Es handelt sich dabei um eine schlichte dreischiffige Basilika ohne Querschiff und Turm. Diese Kirche gilt als der Vorläufer des Domes.

Im Jahre 1000 wurde Burchard zum Bischof von Worms ernannt. Er war der Meinung, dass die vorhandene Kirche weder groß genug noch zeitgemäß sei, und so ließ er die Kirche Brunichildis und Dagoberts abreißen.

Nun begann der Dombau, der im großen und ganzen noch heute die Konturen der Planung des 11. Jahrhunderts trägt. Es handelt sich dabei um eine kreuzförmige Basilika mit zwei halbrunden Chören, die in Ost- und Westrichtung errichtet wurden. An den nördlichen und südlichen Ende jedes Chores wurde ein Rundturm eingefügt. Ein geringer Teil des Mauerwerkes dieses Domes ist heute noch zu sehen. Es handelt sich hierbei um die unteren Geschosse der Westtürme, die sich aus relativ kleinen, recht grob bearbeiteten Kalksteinen zusammensetzten. 1025 wurde Bischof Burchard in dem neu Renovierten Dom beigesetzt. 1130 ließ Bischof Burchard II. und sein Nachfolger Konrad II. Den Dom nach und nach abreißen und neu errichten. Die Gründe für die neue Errichtung des Domes waren wahrscheinlich die großen Schäden in der Bausubstanz.

Der Neubau des Domes lässt sich in drei Abschnitte Gliedern:

1. 1130-1144 der Ostteil des Domes mit Querschiff, Türmen und Vierungsturm

2. 1160-1170 der dreischiffige Hauptteil

3. 1171-1181 der Westchor mit den Türmen und dem Chorturm

1181 wurde der fertiggestellte Dom nun mehr zum dritten Mal geweiht.

Die nächsten Jahrhunderte hinterließen sichtbare Spuren am Wormser Dom. So wurde der Dom während des Dreißigjährigen Krieges 1618-1648 von den schwedischen Truppen stark beschädigt. Auch im Verlauf der Pfälzischen Eroberungskriege 1688-1697 verwüsteten und plünderten französische Truppen den Dom, doch ein Versuch den Dom zu sprengen, misslang, allerdings brannte er völlig aus. Dies ist auch der Grund, warum die Inneneinrichtung fast ausschließlich in barockem Stil gehalten ist.

1792 wurde Worms von den französischen Revolutionstruppen erobert. Der Dom diente den Truppen als Pferdestall und Lagerspeicher. Erst im Jahre1886 begann eine gründliche Außen- und Innenrenovierung des Domes. Der Westchor musste sogar bis auf die Grundmauern erneuert werden. Erst 1935 konnte die Renovation als abgeschlossen betrachtet werden. Schon 10 Jahre später, während des 2. Weltkrieges, wurde der Wormser Dom durch Fliegerangriffe erheblich beschädigt.